Familienzuwachs von Asus
Das am Mittwoch bestellte Asus Netbook (1000HA-M) wurde gestern geliefert. Nach dem Auspacken war ich erstmal von dem Glanz des Displaydeckels geblendet, aber man soll ja nicht nach Aeusserlichkeiten urteilen und so schob ich schnell den Akku in das Geraet. Das Oeffnen des Displaydeckels gestaltete sich dank meiner Wurstfinger und dem schlanken, runden Design etwas fummelig, jedoch sollte das in ein paar Tage routiniert gemeistert werden.
Neugierig schaltete ich das Geraet ein und bootete das vorinstallierte Windows 7 Starter mit angeschlossenem Netzteil. Waehrend Windows die Installation zu Ende bringen wollte fiel mir als erstes das billig wirkende Hochglanzplastik rund um das matte Display auf. Daumenbreit spiegelt mir ein recht unebener Displayrahmen entgegen, aber ich hab das Ding ja nicht wegen dem Displayrahmen gekauft.
Windows ist immer noch nicht fertig mit wasauchimmer und ich breche den Vorgang ab und will mich der Installation von Linux widmen. Beim Neustart wird der bootfaehige USB-Stick ignoriert und so verschlaegt es mich erst einmal ins Bios nachdem ein intuitiver Versuch mit F12 fuer die Auswahl des Boot-Devices fehlschlaegt (die ESC-Taste waere richtig gewesen). Mit F2 gelangte ich ins BIOS wo als erstes in den Boot Settings die Bootreihenfolge angepasst und der Quiet Boot deaktiviert wurde. Noch schnell bei den Onboard Devices die Kamera deaktiviert, Passwoerter fuer User und Supervisor gesetzt, gespeichert und schon konnte die Installation beginnen.
Da laut dem Wiki von ubuntuusers.de mit Geraet keine Probleme zu erwarten sind1), entscheide ich mich einen Versuch mit Ubuntu zu starten. Die Installation verlaeuft bis das bei mir uebliche Problem, naemlich das finden eines passenden Hostnamens, problemlos. Da der Akku inzwischen seinen vollen Ladezustand erreicht hat entfernte ich das Netzteil und startete das jungfraeuliche System, welches mir eine Restlaufzeit von 5 Stunden 45 Minuten prognostizierte.
Alle getesteten Funktionstasten (Helligkeit, Lautstaerke, WLAN und Bereitschaft) funktionierten auf Anhieb und so konnte ich als erstes das System ausmisten. Da mir Gimp und OpenOffice fuer ein Geraet dieser Art nicht sinnvoll erschienen, wurden diese deinstalliert. Auch CUPS musste zugunsten der Laufzeit weichen.
Bevor es an die Konfiguration des Desktops ging mussten erst einmal (fuer mich) unverzichtbare Tools wie z.b. vim, zsh, urxvt und ein paar andere kleinen Helfer installiert werden, jedoch wurde diese Vorhaben durch regelmaessige Verbindungsabbrueche sehr behindert und so noetigte mich mein Frickelgen dazu der Sache auf den Grund zu gehen.
Eine Suche im ubuntuusers.de Forum brachte verschiedene Loesungsansaetze, welche keine Wirkung erzielten oder eine Verbindung mit einem WPA2 gesicherten Funknetzwerk unmoeglich machten. Letzten Endes versuchte ich den Windows XP Treiber mittels ndiswrapper und seither sind keine Verbindungsabbrueche mehr zu beklagen.
Nachdem diese Huerde genommen war wurde compiz durch openbox ersetzt, die Schriften Droid Sans und profont installiert, eine gepatchte Version von wmctrl fuer Areas kompiliert und dzen2 fuer die Anzeige der Akkurestlaufzeit eingerichtet.
Beim Ueberpruefen des Stromverbrauchs mit powertop meldet sich dann doch bei den Wakeups die im BIOS abgeschaltete USB-Kamera. /dev/video0 liefert mir ein ein Livebild und so erstaunte mich, dass die Kamera im BIOS wieder aktiviert war. Da diese Einstellung im BIOS wirkungslos erscheint, wurde die Kamera (und der Cardreader) mit
echo 0 > /sys/devices/platform/eeepc/camera echo 0 > /sys/devices/platform/eeepc/cardr
deaktiviert.
Ein Stromverbrauchstest mit einem Video von YouTube innerhalb von Firefox und smplayer, der ein Video von einem anderen Rechner im Netzwerk abspielt ergibt eine Laufzeit zwischen 5h und 1min (acpi) und 4h 48min (powertop), was ich fuer vollkommend als ausreichend erachte.
Abschliessend noch ein paar Kritikpunkte zu dem Geraet:
- Aufklappwinkel des Displays koennte groesser sein.
- Geraet fuehlt sich bei maximalem Aufklappwinkel etwas Displaylastig an.
- Touchpad ist wie erwartet nichts fuer mich und eigentlich auch nur fuer Notfaelle.
- die polierte Oberflaeche der Maustastenwippe unterhalb des Touchpads ist noch empfindlicher gegen Fingerabdruecke als die empfindliche Handballenauflage.
- der Stecker der vom Netzteil ins Geraet fuehrt macht alles andere als einen Stabilen Eindruck.
- die Tastatur ist durchaus brauchbar auch wenn sie das falsche Layout hat.
- das ganze Hochglanzdesign wirkt ohne Fingerabdruecke ganz schmuck, jedoch stoert mich der spiegelnde Rahmen um das Display ungemein.
- leider wurde keine Schutzhuelle mitgeliefert.



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